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Lernen Matt ConnorVon Matt Connor · Aktualisiert 2026-09-27

Single-Stock-Futures: Neue CME-Kontrakte erklärt

Single-Stock-Futures erklärt: CME-Kontrakte 2026, Finanzierung minus Dividenden im Preis, 15-%-Margin-Untergrenze und warum die 60/40-Besteuerung nicht gilt.

Single-Stock-Futures sind börsenhandelte Kontrakte zum Kauf oder Verkauf einer festen Anzahl von Aktien eines Unternehmens zu einem vereinbarten Preis an einem festgelegten künftigen Datum. Am 27. Juli 2026 hat die CME Group ein neues Kontraktset gelistet. Es war das erste an einer großen US-Börse, seit OneChicago 2020 den Betrieb eingestellt hatte: 55 Standardkontrakte auf 100 Aktien und 22 Micro-Kontrakte auf 10 Aktien. Alle werden bar zum offiziellen Schlusskurs der Aktie abgerechnet und sind etwa 23 Stunden täglich handelbar. SpaceX ist in der Liste enthalten und dient im Folgenden als Beispiel.

Was hat CME am 27. Juli 2026 gelistet?

SpaceX war seit etwa sechs Wochen börsennotiert, als der Kontrakt zusammen mit Titeln aus dem S&P 500 und dem Nasdaq-100 in den Handel ging. Im September 2026 legt die Kontraktspezifikationsseite der CME die folgenden Bedingungen fest. Sie bleibt die maßgebliche Referenz für alle Geschäfte.

  • Kontrakteinheit: 100 Aktien je Standardkontrakt, 10 je Micro-Kontrakt.
  • Abrechnung: bar zum offiziellen Schlusskurs der Aktie an ihrer Primärbörse.
  • Laufzeiten: zwei aufeinanderfolgende Quartalsmonate (März, Juni, September, Dezember); der Handel endet am dritten Freitag des Kontraktmonats.
  • Mindestpreisbewegung: $0.01 je Aktie beziehungsweise $1.00 je Standardkontrakt und $0.10 je Micro-Kontrakt.
  • Handelszeiten: CME Globex von Sonntag 18:00 Uhr ET bis Freitag 17:00 Uhr ET, mit einer einstündigen Wartungsunterbrechung täglich ab 17:00 Uhr ET.

Der Handel rund um die Uhr mit Ausnahme einer Stunde ist die wichtigste Änderung gegenüber allen früheren US-Versuchen. Ein SpaceX-Future kann an einem Dienstag um 2:00 Uhr ET gehandelt werden, obwohl die Aktie zu diesem Zeitpunkt überhaupt keine Handelssitzung hat. Die Kontraktcodes folgen dem üblichen CME-Schema aus Basiswert, Monatscode und Jahreszahl (siehe So lesen Sie ein Futures-Symbol).

Wie wird ein Single-Stock-Future bewertet?

Der Futures-Preis ist der Spotpreis, angepasst um die Kosten, die Aktien bis zum Verfall zu halten. Er ist keine Prognose. Das in Aktien gebundene Kapital würde andernfalls Zinsen erwirtschaften. Diese Finanzierungskosten werden hinzugerechnet. Wer die Aktien hält, erhält Dividenden vor dem Verfall. Der Long im Future erhält sie nicht. Die erwartete Ausschüttung wird deshalb abgezogen. Als Formel: Futures-Preis = Spotpreis + Finanzierungskosten – erwartete Dividenden.

Nehmen wir bei SpaceX rein beispielhaft einen Kurs von $100 je Aktie an. Die runde Zahl ist kein Kurszitat. Im Börsenprospekt heißt es, dass das Unternehmen auf absehbare Zeit keine Bardividenden erwartet. Der Dividendenanteil beträgt daher null. Die folgende Darstellung berechnet den Wert bei einem jährlichen Finanzierungssatz von 4 %. Daneben steht eine hypothetische Aktie, die ebenfalls $100 kostet und vor dem Verfall eine Dividende von $0.50 ex Dividende handelt.

AbfrageFair Value eines Futures über 100 Aktien bei einem beispielhaften Spotpreis von 100 $ und 4 % Finanzierung
Tage bis zum VerfallFinanzierung USDFairer Preis ohne DividendeFairer Preis mit 0,50 Dividende
300.33100.3399.83
600.66100.66100.16
900.99100.99100.49
1801.97101.97101.47
3654104103.5
Das exakte SQL hinter jeder Zahl
SELECT
    days_to_expiry,
    round(100 * 0.04 * days_to_expiry / 365, 2) AS financing_usd,
    round(100 + 100 * 0.04 * days_to_expiry / 365, 2) AS fair_price_no_dividend,
    round(100 + 100 * 0.04 * days_to_expiry / 365 - 0.50, 2) AS fair_price_with_050_dividend
FROM (SELECT arrayJoin([30, 60, 90, 180, 365]) AS days_to_expiry)
ORDER BY days_to_expiry
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Bei 90 Tagen beträgt der Carry rund $0.99. Der faire Futures-Preis liegt damit bei etwa $100.99. Die dividendenzahlende Aktie wird dagegen mit etwa $100.49 bewertet. Am Ex-Dividenden-Tag eröffnet die Aktie um den Ausschüttungsbetrag niedriger. Der Future, in dessen Preis die Finanzierung bereits enthalten ist, bewegt sich dadurch nicht. Die Basis, also die Differenz zwischen Futures- und Spotpreis, läuft bis zum Verfall auf null zu. Ein bis zum Ende gehaltener Kontrakt vergütet somit den vollständigen Finanzierungseffekt, selbst wenn sich die Aktie nicht bewegt.

Wie unterscheidet sich die Margin bei einem Security Future von Reg T?

Der Kauf von Aktien auf Margin ist ein Darlehen. Nach Regulation T der Federal Reserve darf ein Broker höchstens 50 % eines Kaufs finanzieren. Auf den geliehenen Betrag fallen Zinsen zum Margin-Satz des Brokers an. Die Maintenance-Mindestanforderung der FINRA beträgt 25 %.

Ein Security Future ist kein Darlehen. Es wird nichts geliehen, daher fallen keine Zinsen an. Die Finanzierung ist im Preis enthalten. Die Margin dient hier als Sicherheitsleistung gegen nachteilige Kursbewegungen. Ihre Mindesthöhe wird durch eine gemeinsame Regel von SEC und CFTC festgelegt (SEC Rule 403, CFTC Regulation 41.45). Sie beträgt sowohl als Initial Margin als auch als Maintenance Margin 15 % des aktuellen Marktwerts des Kontrakts für jede Long- oder Short-Position. Von 2002 bis zur Senkung durch die beiden Behörden mit Wirkung zum 24. Dezember 2020 hatte die Untergrenze 20 % betragen. Rule 930 der CME übernimmt den Wert von 15 %. Für anerkannte Ausgleichspositionen gelten niedrigere Anforderungen.

Die folgende Darstellung stellt die Prozentsätze für den beispielhaften SpaceX-Kontrakt gegenüber: 100 Aktien zu $100 beziehungsweise ein Nominalwert von $10,000.

AbfrageSicherheitsleistung für eine Position von 10.000 $: Reg-T-Aktienmargin im Vergleich zum Mindestniveau für Security Futures
RegimeMargin %Einlage USDHebel x
Reg T initial5050002
Reg T maintenance2525004
OneChicago era floor2020005
CME security futures floor1515006.7
Das exakte SQL hinter jeder Zahl
SELECT
    regime,
    margin_pct,
    round(10000 * margin_pct / 100, 0) AS deposit_usd,
    round(100 / margin_pct, 1) AS leverage_x
FROM (
    SELECT 'Reg T initial' AS regime, 50 AS margin_pct
    UNION ALL SELECT 'Reg T maintenance', 25
    UNION ALL SELECT 'OneChicago era floor', 20
    UNION ALL SELECT 'CME security futures floor', 15
)
ORDER BY margin_pct DESC
Selbst ausführen

Nach Reg T sind zunächst $5,000 erforderlich. Die Untergrenze für Security Futures beträgt $1,500. Das entspricht einer Hebelwirkung von etwa 6,7 zu eins gegenüber zwei zu eins. Der Hebel wirkt in beide Richtungen: Eine Bewegung von 15 % gegen die Position würde die gesamte Einlage von $1,500 aufzehren. Es handelt sich um einen festen Prozentsatz des Nominalwerts. Das ist nicht die risikomodellbasierte Margin nach dem SPAN-Prinzip bei Index-Futures. Diese schwankt mit der Volatilität und liegt häufig deutlich unter 15 %. Die tägliche Abrechnung funktioniert wie bei jedem Future. Siehe So funktioniert die Futures-Margin und für die Wertpapierseite Reg T im Vergleich zur Portfolio-Margin.

Werden Single-Stock-Futures wie Index-Futures nach dem 60/40-Schema besteuert?

Nein. Section 1256 des Internal Revenue Code sieht für regulierte Futures-Kontrakte und Optionen auf breit gefasste Indizes eine kombinierte steuerliche Behandlung nach dem 60/40-Schema vor: 60 % eines Gewinns gelten unabhängig von der Haltedauer als langfristig und 40 % als kurzfristig. Section 1256(b)(2)(A) nimmt jedoch „any securities futures contract or option on such a contract unless such contract or option is a dealer securities futures contract“ aus. Ein Retail-Trader ist kein Dealer. Ein CME-Single-Stock-Future fällt daher vollständig aus dem Anwendungsbereich von Section 1256 heraus.

Section 1234B schließt diese Lücke. Gewinn oder Verlust aus einem Securities-Futures-Kontrakt erhält den Charakter der zugrunde liegenden Aktie. Für einen Anleger bedeutet das einen Kapitalgewinn oder -verlust, der nur dann langfristig ist, wenn der Kontrakt selbst länger als ein Jahr gehalten wurde. Ein Verkaufskontrakt, also eine Short-Position, ist nach Section 1234B(b) immer kurzfristig. Die Wash-Sale-Regel nach Section 1091 gilt ausdrücklich auch für Securities-Futures-Kontrakte. Siehe Warum Indexoptionen nach dem 60/40-Schema besteuert werden, um die Abgrenzung zu sehen. Dies ist keine Steuerberatung.

Single-Stock-Futures im Vergleich zu Aktien und Optionen

Wer Aktien hält, gibt bei einem Long im Future vier Dinge auf: die Dividende, das Stimmrecht, eine unbegrenzte Haltedauer und die nach Reg T erforderliche Einlage von 50 %. Dafür erhält er die Untergrenze von 15 % und eine Handelssitzung von 23 Stunden. Der Kontrakt verfällt außerdem. Da zwei Quartalsmonate gelistet sind, wird eine einjährige Position dreimal gerollt. Jeder Roll ist ein Spread zwischen dem auslaufenden und dem nächsten Monat (siehe Kontinuierliche Futures-Kontrakte). Eine bis zum Verfall gehaltene Position wird endgültig bar gutgeschrieben oder belastet. Aktien werden nicht geliefert.

Im Vergleich zu Optionen liegt der Unterschied in der Auszahlungsstruktur. Eine Call-Option verliert mit der Zeit an Wert (Theta) und bewegt sich neben der Aktie auch mit der impliziten Volatilität. Ein Future weist beides nicht auf. Bei einem Standardkontrakt verändert sich sein Wert linear um $1 für jede Kursbewegung der Aktie um einen Cent. Diese Linearität ist zugleich das Risiko. Der Verlust des Käufers einer Call-Option ist auf die Optionsprämie begrenzt. Bei einem Long oder Short im Future gibt es keine solche Begrenzung. Die Einlage von 15 % deckt die ersten 15 % des Verlusts ab, nicht die letzten.

Warum sind die Single-Stock-Futures von OneChicago gescheitert?

Der Commodity Futures Modernization Act von 2000 hob ein seit 1982 bestehendes Verbot auf. Der Handel mit US-Single-Stock-Futures begann am 8. November 2002. OneChicago führte das Produkt fast 18 Jahre lang. Die letzte Handelssitzung fand am 18. September 2020 statt. Während der gesamten Laufzeit galten fünf Bedingungen: physische Lieferung, wobei ein auslaufender Long 100 Aktien über die Options Clearing Corporation erhielt; ausschließlich Tageshandel; eine Margin-Untergrenze von 20 % während der gesamten Laufzeit, da die Senkung auf 15 % erst drei Monate nach dem letzten Handel wirksam wurde; der oben beschriebene steuerliche Ausschluss; sowie eine doppelte Registrierung jedes Brokers bei SEC und CFTC, die nur wenige Retail-Broker übernahmen.

Drei dieser fünf Bedingungen sind 2026 anders. Die neuen Kontrakte werden bar abgerechnet. Es gibt keine Lieferung und keine Wertpapierleihe. Sie werden 23 Stunden täglich auf Globex gehandelt. Die Untergrenze von 15 % galt bereits vor dem ersten Handel. Der Zugang für Retail-Trader zu Futures ist ebenfalls deutlich breiter als 2002. Der steuerliche Ausschluss und das duale Regime haben sich nicht verändert. Ob diese Kombination zu einem anderen Ergebnis führt, ist offen. Unsere Berichte zum Ablauf der SpaceX-Lock-up-Frist und zur Aufnahme von SpaceX in den Nasdaq-100 verfolgen die Aktie, auf deren offiziellen Schlusskurs diese ersten Kontrakte abgerechnet werden.

FAQ

Was ist ein Single-Stock-Future?

Ein börsenhandelbarer Kontrakt zum Kauf oder Verkauf einer festgelegten Anzahl von Aktien eines Unternehmens zu einem vereinbarten Preis an einem festen Datum. Die CME-Kontrakte beziehen sich auf 100 Aktien (Standard) oder 10 Aktien (Micro) und werden am dritten Freitag des Kontraktmonats bar zum offiziellen Schlusskurs abgerechnet.

Zahlen Single-Stock-Futures Dividenden?

Nein. Ein Long im Future erhält niemals die Dividende und besitzt kein Stimmrecht. Die erwartete Ausschüttung wird stattdessen vom Futures-Preis abgezogen. Ein Short im Future muss keine Dividende zahlen, wie es ein Leerverkäufer der Aktie tun müsste.

Wie hoch ist die Margin-Anforderung bei Single-Stock-Futures?

Die gemeinsamen Regeln von SEC und CFTC legen für jede Long- oder Short-Position eine Mindesthöhe von 15 % des aktuellen Marktwerts des Kontrakts fest. Dieser Wert gilt sowohl als Initial Margin als auch als Maintenance Margin. Broker können höhere Anforderungen stellen. Beim Kauf der Aktien sind nach Regulation T zunächst 50 % erforderlich.

Werden Single-Stock-Futures wie Index-Futures nach dem 60/40-Schema besteuert?

Nein. Section 1256(b)(2)(A) nimmt Securities-Futures-Kontrakte vom 60/40-Schema aus, sofern es sich nicht um Dealer-Kontrakte handelt. Nach Section 1234B erhalten Gewinne den Charakter der zugrunde liegenden Aktie. Eine Short-Position ist immer kurzfristig.


Die oben genannten Bedingungen entsprechen dem Stand von September 2026. Die Spezifikationsseite der CME ist die jeweils aktuelle Referenz. Die Berechnungen zu Carry und Margin oben laufen als einfaches SQL auf dem Strasmore-Terminal.

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